Balázs J. Nemes: Die Überlieferung des ›Legatus divinae pietatis‹ Gertruds von Helfta – eine Übersicht

Balázs J. Nemes: Die Überlieferung des ›Legatus divinae pietatis‹ Gertruds von Helfta – Eine Übersicht, Freiburg 2021 (Arbeitspapier) URL https://freidok.uni-freiburg.de/data/221765. Zu den Besonderheiten der Überlieferung des „Legatus divinae pietatis“ Gertruds von Helfta gehört die Präsenz des Textes in kartäusischen Sammlungszusammenhängen. Dabei bildet die Erfurter Kartause einen der Überlieferungsschwerpunkte. Allerdings kennen wir den Großteil der Handschriften nur aus dem Bibliothekskatalog der Kartause, in dem die entsprechenden Textzeugen vor allem in den Signaturen F und I anzutreffen sind. Das vorliegende Arbeitspapier informiert über den aktuellen Stand der Überlieferung und versteht sich als Plattform, um Neuentdeckungen anzuzeigen. Daher sind korrigierende Hinweise und Ergänzungen willkommen.

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Beitrag von Balázs J. Nemes zur Publikation angenommen

Balázs J. Nemes: oracio generalis sororis Mechthildis. Philologisches Bemühen in der Erfurter Kartause um den authentischen Wortlaut eines Fürbittgebets aus Mechthilds von Magdeburg Lux divinitatis als Ausdruck biographischen Textverständnisses, in: Mittellateinisches Jahrbuch (vorauss. Bd. 57, Jg. 2022) Kein Interesse am Autor, am Original oder gar an der Wiederherstellung des authentischen Wortlauts. Das sind die Grundideen jenes schmalen Bandes von Bernard Cerquiglini, der in den 1990er Jahren für Furore gesorgt und u.a. die germanistische Mediävistik veranlasst hat, über die Merkmale mittelalterlicher Textualität nachzudenken. Im vorliegenden Beitrag wird an Beispielen aus dem – wohlgemerkt – lateinischen Überlieferungszweig des Fließenden Lichts der Gottheit Mechthilds von Magdeburg gezeigt, dass es Rezeptionskonstellationen geben kann, die vom Interesse am Autor und seinem Original getragen sind und ein (rekonstruktions-)philologisches Bemühen um den authentischen Wortlaut erkennen lassen. Im Fokus steht ein Gebet aus der Lux divinitatis, dessen Textur deutlich macht, dass es mit einem Exemplar des deutschen Textes verglichen und anhand dieses Exemplars korrigiert wurde. Wann und wo dies erfolgte, wird anhand der Text- und Überlieferungsgeschichte des Gebets und unter Beachtung weiterer Rezeptionszeugen erwogen. In Bezug auf die Entstehungsumstände des hier behandelten Gebets wird die These vertreten, dass die rekonstruktionsphilologisch anmutende Annäherung des lateinischen Wortlauts an die ursprünglich volkssprachig erklungenen ipsissima verba Mechthilds vorgenommen wurde, um einen philologisch gesicherten Zugang zu der im ›originalen‹ Wortlaut festgehaltenen ›authentischen‹ Erfahrung von Mechthild als Betende zu ermöglichen, ein Textverständnis, das sich auch in der Rezeption des Gebets beobachten lässt. oracio generalis sororis Mechthildis The Erfurt Carthusians’ Philological Enquiry into the Authentic: Wording of an Intercessory Prayer in Mechthild of Magdeburg’s Lux divinitatis as a Biographical Reading No interest in the author, in the original or in the reconstruction of authentic wording. These were the premises of a small volume by Bernard Cerquiglini, who in the 1990s caused a considerable stir in medieval German studies to reconsider the characteristics of medieval textuality. Based on examples from the branch of the Latin transmission of Mechthild of Magdeburg’s Das Fließende Licht der Gottheit, this article seeks to demonstrate that constellations of reception exist, which are fuelled by an interest in the author and in the original indicating a philological endeavour to (re-)construct the authentic wording. The analysis focuses on a prayer from the Lux divinitatis, which shows that it was not only compared to a German exemplar, but also corrected on the basis of the same exemplar. The time and place of this critical work will be considered by means of the textual history and history of transmission of the prayer as well as further textual witnesses. In relation to the textual origins of the prayer under discussion, the hypothesis is put forward that the seemingly ›reconstructive approach‹ of the Latin wording to Mechthild’s ipsissima verba in the vernacular was chosen in order to provide philologically sound access to the ›authentic experience‹ preserved in the original wording of Mechthild’s act of devotion, a reading, which is also revealed in the reception of the prayer.

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Gilbert Fournier, Jean Gerson dans les chartreuses allemandes. La théologie mystique entre livres manuscrits et livres imprimés

Vortrag anlässlich der internationalen Tagung „Gerson rhénan. Réception et transmission de l’œuvre de Jean Gerson dans le Rhin supérieur aux 15e et 16e siècles“ Strasbourg – Bâle – Colmar – Sélestat, 12 – 14 mai 2022 (Organisatorin: Isabel Iribarren, Faculté de théologie catholique de l’Université de Strasbourg)

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Fundbericht von Balázs J. Nemes zur Publikation angenommen

Balázs J. Nemes: Ein neuer Textzeuge des ‚Geistbuchs‘ und der Eckhart-Predigt Nr. 95A (‚Paradisus‘-Predigt Nr. 46) aus der Bibliothek der Erfurter Kartause, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur (vorauss. Jg. 2021, Heft 4) Der Beitrag widmet sich der Berliner Handschrift Ms. theol. lat. oct. 89, die sich als ein bislang unbekannter Textzeuge des ʽGeistbuchs’ und der Eckhart-Predigt Nr. 95A erwiesen hat. Sie ist von besonderer Bedeutung, weil sie unsere Kenntnisse von der Text- und Überlieferungsgeschichte der beiden, hier nur mit kurzen Exzerpten vertretenen Werke erweitert und einen Blick auf die verschollenen Textbestände der ‘mystischen’ Bibliothek der Erfurter Kartause ermöglicht. This article examines the Berlin manuscript Ms. theol. lat. oct. 89, which proved to be a previously unknown textual witness of the anonymous 14th-century treatise ‘Geistbuch’ and Eckhart, Sermon 95A. The manuscript is of special relevance, since it not only widens our understanding of the textual history and transmission of both texts, contained as short excerpts in Ms. theol. lat. oct. 89, but also brings into view the lost book stock of the ‘mystical’ library of Erfurt charterhouse.

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Gilbert Fournier/Balázs J. Nemes, fabrica sive domus spiritualis. Zur Konstitution und Rekonstruktion einer ‚mystischen Bibliothek‘ in der Erfurter Kartause

Gilbert Fournier und Balázs J. Nemes: fabrica sive domus spiritualis. Zur Konstitution und Rekonstruktion einer ‚mystischen Bibliothek‘ in der Erfurter Kartause, in: Defragmentierung von Wissensräumen. Die Rekonstruktion von Kloster- und Ordensbibliotheken – Eine Auswahl digitaler und analoger Projekte aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz, hg. von Annelen Ottermann und Wolfgang Schmitz (Bibliothek und Wissenschaft) (erscheint 2024).

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